ReferentInnen:
- Niklas Reese
Wissenschaftler und Buchautor, arbeitet in der Abteilung für Südostasienkunde der Universität Bonn und
lebt in Wuppertal.
-
Dr. Laura Ruth Carro-Klingholz
Expertin für Migration mit dem Länderschwerpunkt Mexiko. Sie arbeitet und lebt in Hamburg.
Schätzungen zufolge gibt es etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt,
die ihr Land oder ihre Heimatregion verlassen. Die meisten leben im
globalen Süden und nur 70 Millionen der MigrantInnen weltweit wandern in
die OECD-Staaten ein.
Die Veranstaltung mit dem Buchautor Niklas Reese nimmt die Folgen der
Auslandsmigration für die Gesellschaften in den Blick, aus denen
Menschen weggehen: Inwieweit verändern sich dort die
Geschlechterverhältnisse? Und wie wirken sich die Geldüberweisungen aus?
Welche Schwierigkeiten haben MigrantInnen, die in ihr Land
zurückkehren? Und nicht zuletzt soll auch die Frage eine Rolle spielen,
welche Bedeutung Auslandsmigration für politische und gesellschaftliche
Emanzipation „zu Hause“ haben kann. Trägt Migration zur Demokratisierung
der Herkunftsländer bei oder schwächt sie sogar die politische
Organisation?
Der Autor beleuchtet diese Phänomene insbesondere anhand der Länder
Philippinen, Mexiko und Ecuador. Nach der Buchvorstellung soll auch
diskutiert werden, ob sich Migration als soziale Bewegung begreifen
lässt („Autonomie der Migration“), in der die Menschen die
Verwirklichung ihrer Rechte selbst in die Hand nehmen und sich nicht auf
Staat und Wirtschaft verlassen, die ihre Rechte oft mit Füßen treten.
Der Hintergrund der Veranstaltung ist die Buchveröffentlichung im
Frühjahr 2010 "Das Echo der Migration: Wie Auslandsmigration die
Gesellschaften des globalen Südens verändert" von Niklas Reese und
Judith Welkmann (Hg.) im Horlemann-Verlag.