Hintergrund
Cacahuatl - Gottesgeschenk, Opfergabe, Zahlungsmittel, Zaubertrank....
Was für die Azteken heilig war, ist für uns alltäglich:
Kakao (lat.
theobroma cacao)
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Feiner, gemahlener Kakao |
Von feuriger Chili-Schärfe zu Vollmilch und Zartbitter... Die Geschmacksvorlieben haben sich seit der Aztekenzeit geändert, doch Schokolade bleibt in aller Munde. 9,1 kg vernascht jeder Bundesbürger pro Jahr. Nur die Schweizer sind da fleißiger: Sie genießen jährlich 10,2 kg der süßen Speise der Götter.
Schokolade wird heute zu 90% in den Industriestaaten verzehrt, doch sein Hauptbestandteil, der Kakao, wird ausschließlich in Ländern der tropischen Breitengrade erzeugt. Mehr als die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion kommt aus Westafrika. Die dortigen Länder sind zu großen Teilen auf den Kakaoanbau angewiesen. Allein an der Elfenbeinküste und in Ghana leben 1,3 Millionen Familien vom Anbau der braunen Bohnen. Auch die deutsche Schokoladenindustrie bezieht mehr als die Hälfte des Rohkakaos aus der Elfenbeinküste. Darüber hinaus ist noch Ghana bedeutend, das 20% des Rohkakaos für die hiesige Industrie bereitstellt.
Der süße Schokoriegel hat oft eine bittere Geschichte
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Blühende Kakaoblüten |
Der Kakaobaum liebt es feucht-heiß: er gedeiht am besten bei Temperaturen von 25-28° Celsius. Da er keine großen Ansprüche an Sonnenlicht stellt, wird er häufig unter Schattenbäumen gezogen oder in Mischkultur angebaut - oftmals unter katastrophalen Bedingungen. Hungerlöhne, unwürdige Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit bis zu Kinderhandel und Zwangsarbeit sind in vielen Kakaoplantagen an der Tagesordnung. Das Schleppen schwerer Säcke in brütender Hitze, unzureichende Ernährung, Schlafen auf nacktem Fußboden, der Einsatz von Pestiziden auf den Plantagen- all das gehört zum Arbeitsalltag von Tausenden von Kindern, die zudem oft niemals Geld für ihre harte Arbeit sehen. Schokolade ist für sie ein unbezahlbarer Luxus. An Schule ist gar nicht zu denken.
Der Preis der Kakaobohnen schwankt so stark, dass die Kakaobauern kein gesichertes Einkommen zum Leben haben und ihre Kinder mitarbeiten müssen. Denn der Kakaomarkt ist höchst instabil: Im Jahr 2000 stürzte der Weltmarktpreis beispielsweise auf einen historischen Tiefstand. Politische Unruhen an der Elfenbeinküste u.a. Ereignissen sorgten für eine Reduzierung des Angebotes und einen erneuten Anstieg des Preises. Während Angebot und Nachfrage so den konventionellen Kakaomarkt regeln, ist für fair gehandelten Kakao ein Mindestpreis festgelegt. Er enthält einen Aufschlag von US$ 150 pro t für soziale und ökologische Investitionen. Für Kakaobohnen aus organisch-biologischer Anbauweise zahlt der Faire Handel einen Zuschlag von US$ 200,- pro Tonne. So gewährt der Faire Handel ein existenzsicherndes Einkommen für die Familien der Kleinbauern - damit Kinder zur Schule gehen können, anstatt auf den Plantagen zu schuften!
Süße Fairsuchung statt dunkle Heimsuchung
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Fair bezahlte Kakaobohnen kurz vor ihrer Abreise nach Deutschland |
Der Gang in den nächsten
Weltladen öffnet dem Schokoladenliebhaber die Tür zu einer fairen Welt, die zahlreiche Kakaospezialitäten aus dem Fairen Handel zu bieten hat. Der
Faire Handel setzt sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein und hilft, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinproduzenten, Kleinbauern und Plantagenarbeitern zu verbessern.
Mittlerweile gibt es ein breites Angebot an fair gehandelten Schokoladenprodukten für jeden Geschmack. Die
faire Handelspartnerschaft mit Produzentengruppen in Westafrika, Mittel- und Südamerika garantiert:
- keine ausbeuterische Kinderarbeit
- soziale Absicherung für Kleinbauern und Familien
- direkter, partnerschaftlicher Handel
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- hochwertige Qualität der Produkte
- umweltverträglicher Anbau, überwiegend in Bioqualität
- keine Gentechnik
Fairhandelspartner wie
Kavokiva an der Elfenbeinküste,
El Ceibo in Bolivien und
Conacado in der Dominikanischen Republik liefern hochwertigen Edelkakao für besonders wohlschmeckende Schokoladenprodukte. Die selbstverwalteten Genossenschaften kümmern sich sowohl um faire Vermarktung als auch um soziale Projekte!
Schokolade und globales Lernen
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Eine Arbeiterin präsentiert ihre frisch geernteten Kakaobohnen |
Außer zum Genießen lädt Schokolade auch zum Lernen ein: Hinter jedem Schokoriegel steht eine lange Geschichte, anhand derer Kinder und Jugendliche zentrale Fragen der Globalisierung erfahren können. Dabei bieten die verschiedenen Stationen der Schokoladenherstellung altersgemäße Lernanlässe für unterschiedliche Altersstufen.
Von der Pflanze und dem Leben der Kakaobauern über die Kakaoproduktion und den Weg der Zutaten bis hin zur Preispolitik auf dem Kakaoweltmarkt macht Schokolade jeweils ökologische, soziale und ökonomische Aspekte der Globalisierung erfahrbar ein ideales Thema für die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
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Kakao kann ALLE glücklich machen! |
Aktiv werden
Globales Lernen mit Schokolade spricht alle Sinne an und schärft das Bewusstsein für die eigene soziale Verantwortung. Es zeigt Möglichkeiten auf, selber etwas zu tun. Angefangen beim Kauf eines fairen Schokoriegels über den Ausschank von fair gehandeltem Kakao im Schulkiosk bis hin zur Mitarbeit im Weltladen oder der Gründung einer Schülerfirma bieten sich jede Menge nachhaltiger Handlungsmöglichkeiten.
Die Schülerfirma
FairChoc ist diese Wege gegangen: Sie kann Gleichaltrigen ihre Erfahrungen vermitteln und zum Selber - Machen anregen.