Eine Welt Info





Schulprojekte


Gesamtschule Poppenbüttel - "Unser Schul-Weltladen"
Schule Alsterdorfer Straße - "Unser Fair Play - Ball"
Schule Traberweg - "Ein Turnier mit dem fairen Hamburg - Ball"
Gymnasium Finkenwerder - "Ein Brief aus Benin"
Gymnasium Finkenwerder - "Tag der Offenen Tür"
Lohmühlengymnasium - "Sport- und Spielfest zum Fairen Handel"
Handelsschule für Außenhandel - "Globales Spiel um Fußball und Klamotten"
Gesamtschule Allermöhe - "Fußball in verschiedenen Nationen"
Grundschule Ifflandstraße - "Eine WM vor der WM"


Gesamtschule Poppenbüttel

Unser Schul-Weltladen

Wir heißen Carina und Anisa und gehen in die zehnte Klasse der Gesamtschule Poppenbüttel. Wir führen an unserer Schule einen kleinen "Dritte Weltladen". Im Gesellschaftsunterricht beschäftigen wir uns mit dem Thema "Fairer Handel". Der faire Handel hilft wirtschaftlich und sozial benachteiligten Menschen (Kleinbauern, Handwerkern, Kleingewerbetreiben) in der "Dritten Welt", sich aus eigener Kraft durch faire Handelsbeziehungen einen angemessenen Lebensunterhalt zu sichern.
Carina und Anisa vor ihrem Weltladen
Wir lernten auch viel über die Ausbeutung der Menschen z.B. in China kennen. Dort arbeiten zum Beispiel Näherinnen in verstaubten Fabriken unter unmenschlichen Arbeitbedingungen, mehr als 12 Stunden am Tag und bekommen noch nicht mal mehr als einen Euro pro Tag. Die Produkte die sie herstellen werden teuer verkauft. Der faire Handel sorgt dafür, dass die Arbeiter/innen eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit bekommen.

Eine Gruppe aus fünf Schülern unserer Klasse entschied sich dafür, einen kleinen "Dritte Weltladen" in unserer Schule zu eröffnen. Unser Ziel war es, zweimal im Monat fair gehandelte Produkte zu verkaufen und somit den Menschen in der dritten Welt zu helfen. Sodass die Kinder z.B. in die Schule gehen können, was in diesen Ländern leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Dazu setzten wir uns mit einem Großhandel in Verbindung, der Bramfelder Laterne. Mit den Mitarbeitern der Bramfelder Laterne einigten wir uns, dass wir die Ware auf Kommision erhalten. Danach überlegten wir uns, welche Produkte wir verkaufen wollen. Wir entschieden uns für die Produkte Kaffee, Tee, Honig, Schokolade und Gewürze. Außerdem entwarfen wir Plakate und Prospekte für den Verkaufsbeginn. Wir fuhren zur Bramfelder Laterne und holten uns unsere Ware ab. Mit einem Startkapital von 100€, den wir vom Schulverein gesponsert bekamen, fingen wir an die Produkte auf einem kleinen Ladentisch, der mit einem selbst gemachten Laken mit der Aufschrift "Weltladen" bespannt war, zu verkaufen.
Die Produkte kamen bei den Schülern nicht an, denn sie sahen es nicht ein etwas zu kaufen, da sie z.B. bei Aldi die Produkte billiger bekamen, obwohl eine Tasse Kaffee umgerechnet nur 0.05€ mehr kostet. Nach vielen erfolglosen Gesprächen, bei denen wir den Schülern versuchten den Fairen Handel näher zu bringen, entschieden wir uns die Produkte nur an die Lehrer zu verkaufen und stellten uns dazu vor dem Lehrerzimmer auf.

Nun verkaufen wir schon 2 Jahre die Produkte aus dem fairen Handel und machen tolle Umsätze, sodass wir jeden Monat ca. 200€ der Bramfelder Laterne abgeben können. Die Bestellung der Ware regeln wir auch von selbst und brauchen keine Hilfe von unserem Lehrer, der für uns da ist, wenn wir Probleme haben und Hilfe brauchen. Die bestellte Ware wird uns von einer Mitarbeiterin der Bramfelder Laterne in die Schule geliefert. Es kaufen auch schon einige Schüler bei uns ein, welches uns sehr freut. Mit der Zeit haben wir uns einen kleinen Schrank zugelegt, indem wir die Ware sicher lagern. Schwierigkeiten haben wir manchmal damit die ganze Ware nach ihrem Haltbarkeitsdatum zu überprüfen, sodass uns einige Ware abgelaufen ist, doch dieses ist nicht so schlimm da wir immer 10% Erlass kriegen wenn wir Ware bestellen, so haben wir bisschen Gewinn. Mittlerweile verkaufen wir 2 Mal in der Woche und wir haben auch schon Stammkunden für die es unvorstellbar wäre, wenn es den Weltladen nicht mehr gäbe. Jetzt sind wir dabei Nachfolger für unseren kleinen Weltladen zu suchen, denn wir verlassen Ende Juni die Gesamtschule Poppenbüttel und uns ist es sehr wichtig, dass jemand unser Ziel, den Menschen in der dritten Welt zu helfen, weiterführen.

Anisa Rahimic und Carina Joost


Schule Alsterdorfer Straße, Klasse 4b

Unser Fair Play - Ball

„Wo werden die meisten Fußbälle genäht?“
„Na klar, in Pakistan!“
„Mit wie vielen Stichen wird ein Ball zusammengenäht?“
„Mit 700 Stichen, haben Sie uns doch erzählt!“

Für die Schülerinnen und Schüler meiner 4. Klasse sind die Antworten auf die Fragen des Preisrätsels einfach. Selbst die schwierige Frage nach den Zielen des fairen Handels beantworten sie ohne Zögern. Schließlich hatte ich mit ihnen am Tag zuvor das Faltblatt von der Aktion „Hamburg 2006mal fair“ durchgesprochen. Aufmerksam und ruhig hatten sich alle ganz genau die Fotos von den Ballnäherinnen angeschaut. Ich hatte ihnen versprochen, aus der Klassenkasse einen „Fair Play“-Ball von der besonderen Hamburg-Edition zu kaufen.

Die Klasse 4b spielt mit dem fairen Hamburg-Fussball.
Nun sind sie neugierig und wollen alles ganz genau wissen. Wir reden über Kinderarbeit - auch wie es sie früher hier bei uns gab, über die Herstellung von Billigkleidung, über die indische Teppichindustrie, wo immer noch Kinder mitarbeiten müssen, um die Familien zu ernähren. „Ja, und genauso ist es bei der Fußballproduktion in Pakistan, “ erkläre ich ihnen.

Manche Schüler sind sichtlich betroffen von der Thematik. Ich weiß, dass viele von ihnen auch zu Hause davon erzählen werden. „Wie sieht das denn da aus, wo die Menschen den Ball nähen?“ fragt mich ein Schüler am nächsten Tag. „Arbeiten die in Fabriken oder zu Hause?“ Bei so viel Wissbegierde beschließe ich, das Thema „Fußbälle und Kinderarbeit“ zunächst mit meiner 4. Klasse und dann auch in der 3. Klasse im Sachunterricht eingehender zu behandeln. Wir gehen gemeinsam die Fragen des Preisrätsels durch und sprechen über die Dinge, die die Schüler dabei bewegen. Eine Kollegin, der ich das Faltblatt gebe, spricht ebenfalls mit ihren Vorschulkindern über das Thema.

„Wann kommt denn nun endlich der Fair Play – Ball?“ fragen mich die Kinder täglich. Also wende ich mich an die Aktion „Hamburg 2006mal fair“ - und erfahre, dass wir den Ball geschenkt bekommen! Schon 2 Tage später bringe ich ihn zur Freude der Kinder mit. Nun wollen alle damit spielen. Selbst unsere Vorschulkinder drängeln: „Dürfen wir auch mal mit dem Fair Play – Ball spielen?“ Klar, das dürfen alle – das Fußballturnier im Rahmen des Sport- und Spielfestes unserer Schule am 3.7. wird natürlich mit dem „Fair Play – Ball der 4b“ durchgeführt.

Noch größer ist aber die Freude und Aufregung über die Einladung ins Rathaus zur Ehrung unseres Engagements für mehr Fair Play.

So sind die Kinder für Fairness sensibilisiert und tragen den Gedanken für mehr Gerechtigkeit im Alltag und auch in der Produktion von Konsumartikeln weiter.

Jutta Aselmann – Gaede


Schule Traberweg (Farmsen)

Ein Turnier mit dem fairen Hamburg - Ball

Am 13. Juni war es wieder einmal soweit: unser beliebtes, heiß herbeigesehntes Fußball-Turnier der dritten und vierten Klassen sollte wieder bei uns am Traberweg stattfinden. "Heiß" wurde es dann tatsächlich an diesem Tag, es ging nicht nur heiß her auf unserem staubtrockenen Fußballplatz - es herrschten mit 31 Grad im Schatten auch wirklich tropisch-heiße Temperaturen!

Bevor es jedoch losging, wurde allen Teilnehmern in einer kleinen Rede erzählt, worum es bei dem fair gehandelten Hamburgball überhaupt geht. Die Kinder erfuhren so etwas über die Bedingungen, unter denen normalerweise Fußbälle hergestellt und gehandelt werden und was das Besondere an "unserem" neuen Turnierball ist.

Aufgeregt ging es dann zur Sache: Klasse 3a gegen 3b, 3b gegen 4a und 4b, 3b gegen 4a und 4b und am Ende das mit großer Spannung erwartete Endspiel der Klassen 4a gegen 4b. Dass dabei stets fair und rücksichtsvoll gespielt wurde, dafür sorgte nicht zuletzt unser Schiri Herr Madsen, Vater von Fynn aus der 4a und seines Zeichens Jugendfußballtrainer. Diesen Job hat er nun ganz hervorragend schon zum 5. Mal gemacht. Angespornt wurden die Teams von lautstarken "Cheerleadern" der jeweiligen Klassen.

Die Gewinner des Turniers mit ihrer Urkunde.
Letztlich gewann die Klasse 4b das Turnier, aber alle waren sich einig: Es kommt nicht nur auf den Sieg an- Hauptsache, alle hatten ihren Spaß. Am Ende gab es eine Urkunde und Eis zur Abkühlung für alle und die Gewissheit: Im nächsten Jahr gibt es wieder so ein tolles Turnier!

Susanne Spitzmüller


Gymnasium Finkenwerder

Ein Brief aus Benin

Zwei Monate langes Warten und dann ist er endlich da - der Brief aus Afrika. Gespannt wird gelesen: Je m`appelle... ma famille... mon école... ma vie en Afrique... Das alles geschah Anfang Mai dieses Jahres. Doch eigentlich fing für uns alles schon im Januar an.

Unser Klassenlehrer, Herr Bodtke, erzählte uns von einer Schule in Afrika, die er schon länger unterstützt. So entschied unsere Klasse, die jetzige 10c, dass wir am Tag der offenen Tür unserer Schule, des Gymnasium Finkenwerder, einen Afrika-Basar machen wollten. Dies geschah dann auch: mit selbst gemachtem Essen nach afrikanischen Rezepten, Musikinstrumenten und Spielen. Die gesamten Einnahmen in Höhe von 160 Euro spendeten wir der Schule in dem kleinen Ort Kakanitchoé in Benin/Westafrika.

Mittagstisch in Kakanitchoé.
Ein paar Monate später kam die dankende Antwort und die Nachricht, dass Pascal Gbenou, ein Landwirt aus Kakanitchoé, der die Entwicklung der Grundschule nach Kräften unterstützt hat, gerade in Deutschland sei und Interesse habe, uns einen Besuch abzustatten.

Ein paar Wochen später war er dann am Gymnasium Finkenwerder zu Gast. Er kam zusammen mit Horst Oldekamp aus Goslar, der ebenfalls die Entwicklung in Kakanitchoé unterstützt und auch schon selber oft in Afrika vor Ort war. Pascal erzählte uns von seiner eigenen Schule, der SAIN (société agricole intégrée), einer Ausbildungsstätte für junge Leute, die dort eine landwirtschaftliche Ausbildung nach ökologischen Grundsätzen erhalten. Doch das war nicht das einzige: Wir konnten nach allem fragen, was uns interessierte und er gab uns bereitwillig Auskunft nicht nur über sein eigenes Projekt, sondern auch über die Entwicklung der Grundschule in dem Ort, deren Aufbau er mit initiiert hatte, über das Leben in Afrika und vieles andere mehr. Er erzählte uns das alles auf Französisch und Horst Oldekamp hat alles, was wir nicht sofort verstanden haben, für uns übersetzt. Am Ende fragte uns Pascal noch, ob vielleicht jemand aus der Klasse Interesse an einem Briefkontakt mit einem Schüler aus seiner Heimat hätte.

So gaben also eine Reihe von Schülern Adressen und Briefe mit und warteten von nun an auf Antworten. Bis heute bestehen diese Brieffreundschaften weiter; und sie sind für uns etwas ganz Besonderes, denn man bekommt ja nicht jeden Tag Post von so einem fremden Ort.

Pascalle Eudes, Klasse 10c

Anmerkung: Pascal Gbenou war an zwei Tagen zu Besuch am Gymnasium Finkenwerder. Außer der Klasse 10c war er noch zu Gast in der jetzigen Klasse 8a, in der 10b und in einem Graphik-Design-Kurs, der sich unter der Regie von Herrn Sachse mit dem Thema: "Afrika - der vergessene Kontinent" auseinander gesetzt.


Gymnasium Finkenwerder

Tag der Offenen Tür

Tag der Offenen Tür in der Schule.
Am diesjährigen Tag der offenen Tür, am 16.1.2006, hat die Klasse 10c zusammen mit der 8a wieder eine Ausstellung zum Thema "Armut in Afrika" auf die Tagesordnung gesetzt und dabei über den Verkauf von selbst zubereiteten Gerichten nach afrikanischen Rezepten Spenden gesammelt, um damit sowohl die Entwicklung der Dorfschule und der landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte in Benin weiter zu unterstützen (Klasse 10c) als auch durch Übernahme von Patenschaften für zwei madegassische Waisenkinder längerfristige konkrete Hilfe zu beginnen (Klasse 8a).

Beide Projekte können am Gymnasium Finkenwerder schon auf eine mehrjährige Geschichte zurückblicken. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Homepage des Gymnasium Finkenwerder (www.gymfi.de/Main.HomePage) unter der Rubrik AGs und Projekte.


Lohmühlengymnasium

Sport- und Spielfest zum Fairen Handel

Wir veranstalten ein Sport- und Spielefest an unserer Schule und wollen dieses mit dem Thema „Fairer Handel“ verbinden.

Damit meinen wir, dass wir Infotafeln zum Thema „Produktion von Fußbällen“ aufstellen und diese ebenfalls noch mit einem Torwandschießen verknüpfen wollen. Besser gesagt, unser Ziel ist es, etwas Angenehmes – hier das Torwandschießen – mit etwas Nützlichem – hier die Infotafeln – zu verknüpfen, sodass die Menschen Informationen zum Fairen und Unfairen Handel bekommen.

Um es informativer zu gestalten, haben wir uns überlegt, für die Teilnehmer (vor dem Torwandschießen) Fragen zu stellen, die dann beantwortet werden müssen. Je nachdem, wie viele Fragen beantwortet werden, so oft dürfen sie schießen.

Erzielen sie ein Tor, dann gibt es je nachdem einen Trostpreis.

Klasse 10a


Handelsschule für Außenhandel (H2)

Ethik-Projekt: Globales Spiel um Fußball und Klamotten

Ich habe ein eintägiges Ethikprojekt an der Berufsschule für Außenhandel für die Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr durchgeführt. Die Themenauswahl der Projekte orientiert sich i.d.R. an aktuellen Fragestellungen. Die 13 Schülerinnen und Schüler (Alter: ca. 20-23) befanden sich zu dem Zeitpunkt (15.Mai 2006) zwischen der schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung zum Groß- und Außenhändler. (Ich führe jedes Jahr zwei dieser Ethiktage für die „Abgänger“ durch).

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise von Alfred Toepfer (Schifffahrtsgesellschaft), der Helm AG (Chemie), Dermalog (Identifikationssysteme), G. Knickmann (Schulausstattung), MHG (ModeHandelsGesellschaft) oder Dr.Rehfeld Fashion (Mode). Die Auszubildenden sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mehr in den Firmen tätig, da sie bereits ausgelernt haben.

„Wirtschaftsethik“ ist besonders für Schülerinnen und Schüler im Bereich des Außenhandels ein m.E. wichtiges Thema, da diese tagtäglich in Handelsbeziehungen (Import/Export) zu anderen Ländern stehen (Osteuropa, Asien etc.). Die Schülerinnen und Schüler sollten sich am Ende ihres langen Ausbildungsweges gezielt u. a. mit Themen der Globalisierung kritisch auseinander setzen. Oftmals ist den Auszubildenden die wirtschaftliche Situation in Afrika oder Asien nur ansatzweise bewusst.

Der Ball kann zum Torwandschießen ausgeliehen werden.
Das Projekt setzt folglich auf: Bewusstmachung, Informationen und Reflexion. Da die Beteiligung an dem Projekt freiwillig war, brachten die Schülerinnen und Schüler in der Regel bereits Ansätze eines Problembewusstseins mit.

Dennoch wurden sie in recht ungewohnter Weise mit dem Thema Wirtschaftsethik konfrontiert, da sie zuerst einen „Klamotten“-Fragebogen („Entdeckungsreise durch den Kleiderschrank“) ausfüllen sollten. So wurden sie von Beginn an mit ihren eigenen Kleidungsstücken im eigenen Schrank konfrontiert. Ein Kurzfilm informierte die Schülerinnen und Schüler über die Auswirkungen, die es in Afrika hat, wenn wir unsere Mengen von neuwertigen aber eben unmodischen Kleidern in den Kleidercontainer werfen.

Hier wurde ansatzweise versucht, ein (neues) Bewusstsein zu schaffen mit Fragen wie:
  • Was bestimmt mein Konsumverhalten?
  • Warum kaufe ich ständig neue Klamotten? (Identifikation, Gruppe)
  • Wohin mit den aussortierten Klamotten? (in d. Container, um Gewissen zu beruhigen?)
Ein aufklärender Kurzfilm zeigte die Problematik der wirtschaftlichen Situation, wenn europäische Billigkleidung (second hand) den afrikanischen Markt überschwemmt, und zur Folge hat, dass dort Arbeitsplätze der einheimischen afrikanischen Tuchnäherinnen abgebaut werden, da die einheimischen Produkte teurer sind als die Second Hand-Kleider.

Eine weitere Thematik – passend zur derzeitigen WM in Deutschland - war die Frage nach Turnschuhen und handgenähten Fußbällen aus Asien. Unter der Leitfrage „Ist Geiz wirklich geil?“ wurden die Schülerinnen und Schüler erneut angeregt, ihr Konsumverhalten zu überdenken:
  • Orientiere ich mich an Qualität?
  • Muss ich für mich Markenprodukte kaufen? (Adidas, Puma etc.)
  • Orientiere ich mich an Quantität (billige, minderwertige Massenprodukte)?
  • Bin ich bereit mehr Geld auszugeben, wenn ich dadurch einen fairen Lohn gewährleisten kann?
Ein Kurzfilm sowie mehrere Zeitungsartikel informierten die Schülerinnen und Schüler über die Situation nicht nur in Pakistan sondern auch Honduras, Indonesien, Bangladesch etc. In einem weiteren Schritt arbeiteten sie detailliert die vielen Nachteile bzw. Risiken (und leider nur wenig Chancen!) dieser Art von „Ausbeutung“ am Arbeitsplatz heraus (schlechte Arbeitsplatzbedingungen, mangelnde Krankenversorgung, niedrige Löhne, Überstunden etc.).

In einem weiteren Schritt wurden die Schülerinnen und Schüler zum ethischen Nachdenken angeregt über den Zusammenhang von Gewinnstreben und unmenschlichen Arbeitsbedingungen.
  • Ist dieser erzielte Profit am Beispiel der Fußballproduktion (Adidas, Puma etc) moralisch vertretbar?
Zum Ende des Projekts überlegen sich die Schülerinnen und Schüler Alternativen zu dieser Form der wirtschaftlich schlechten Situation. In diesem Zusammenhang betrachten wir die verschiedenen Siegel bzw. Zertifikate des Fairen Handels bzw. aktive Initiativen (unter anderem auch 2006 mal fair gehandelte Fußbälle!)

Den Schülerinnen und Schülern wurde letztlich deutlich, dass wir nicht ohnmächtig einem unabwendbaren Phänomen gegenüberstehen, sondern selbst – durch unser eigenes Handeln - einen kleinen Teil dazu beitragen können, in diese weltweite wirtschaftlich ungerechte Situation ein bisschen Gerechtigkeit einzubringen.

Den 2006malfair gehandelten Ball können die Schülerinnen und Schüler in den Pausen gegen ein Pfand ausleihen und damit während der Pausen auf eine Torwand schießen!

Antje Günther (Religions- und Philosophielehrerin der H2)


Gesamtschule Allermöhe

Fußball in verschiedenen Nationen

Die Gesamtschule Allermöhe wird aufgrund ihrer Lage in einem multikulturellen Stadtteil vorwiegend von Migranten- und Aussiedlerkindern sowie von Schüler/innen mit mehreren Nationalitäten besucht. Aus diesem Grund ist die Schülerschaft für Projekte wie „Hamburg 20906mal fair“ geradezu prädestiniert.
In unserem Wahlpflicht-Kurs Sport im 8. Jahrgang haben wir im Unterricht im Vorfeld der Fußball-WM das Thema „Fußballspiel in verschiedenen Nationen“ aufgegriffen. Wir haben uns durch das Internet, durch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher (Bücherhalle) über diverse Nationen und ihre WM-Teilnahmen und -erfolge informiert. Die Beiträge wurden in Form von Plakaten fixiert, als Referat vorgetragen und danach der Schülerschaft in der Cafeteria zur Betrachtung vorgeführt.
Das Thema Fairplay kam im parallel dazu durchgeführten Sportunterricht zur Anwendung: Hier konnten die Schüler im Spiel mit- und gegeneinander zeigen, was sie im Unterricht gelernt hatten. Es wurde trainiert, geübt und natürlich Fußball gespielt. Ein Abschlussturnier, in dem verschiedene Nationen vertrete waren, beendete die Unterrichtseinheit.
Zusätzlich wurde die WM mit einer Wett-Tipprunde und dem dazugehörigen „Fachgesimpel“ begleitet.

Jörg Schmidt (Sportlehrer)


Grundschule Ifflandstraße

Eine WM vor der WM

Die GS Ifflandstraße ist eine kleine Grundschule mit nur noch knapp 50 Schülerinnen und Schülern: sie wird im Sommer 2007 geschlossen. Deshalb gibt es nur noch dritte und vierte Klassen!
Während der Ansprache...

Unsere WM-Aktion begann mit einer Eröffnungsveran- staltung am 9. Juni 2006 auf dem Schulsportplatz unserer Schule. Unser Lehrer und Schiedsrichter Herr Kappus hielt zur Eröffnung der WM eine kleine Ansprache. Dabei wies er auf den Spielball hin, auf dem eine Abbildung der Erde zu sehen war. Dieser Ball sollte als Symbol für Verständigung und Toleranz dienen. Unser Motto lautete: „Wir leben alle auf dieser einen Erde und sollten friedlich miteinander umgehen, unabhängig von Herkunft und Aussehen.“ Schließlich entzündeten wir (bereits um 11 Uhr vormittags) zur WM-Eröffnungsfeier ein kleines Feuerwerk!
Mit viel Geschick und großer Begeisterung sind sie dabei.

Vor dem Anpfiff legten sich alle Kinder die Arme auf die Schultern und gaben ihrem Gegenüber die Hand – ein sichtbares Zeichen für Fairplay! Dann begann unser kleines Turnier mit vier Teams, bei dem es keine Sieger gab. „Sieger“ waren wir alle! Der Pokal sollte in den nächsten Wochen reihum gehen. Zum Schluss gab es mehrere kleine Übungen mit Wettkampfcharakter, z.B. ein Fußballslalom und ein 9 m-Schießen.
Die Veranstaltung fand bei den Kindern und den anwesenden Eltern großen Anklang und stellte eine schöne Einstimmung auf die folgende Fußball-WM dar.

U. Kappus